Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind eine tolle Möglichkeit, mit Unterstützung des Arbeitgebers Vermögen aufzubauen. Viele Arbeitnehmer lassen dieses Geld "liegen", weil sie die Möglichkeiten nicht kennen. Dabei ist gerade die Kombination aus VL und einem ETF-Sparplan eine clevere Strategie, um langfristig und kostengünstig in den Kapitalmarkt zu investieren und so von den Renditechancen zu profitieren.
Was sind Vermögenswirksame Leistungen (VL) überhaupt?
Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL, sind Zusatzleistungen des Arbeitgebers, die in bestimmten Anlageformen angelegt werden. Im Grunde ist es Geld, das der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlt - und das ist doch schon mal ein guter Anfang! Der Betrag, den der Arbeitgeber zahlt, ist tariflich oder im Arbeitsvertrag festgelegt und liegt oft zwischen 6,65 Euro und 40 Euro pro Monat. Einige Arbeitgeber zahlen den vollen Betrag, andere nur einen Teil. Es lohnt sich also, den Arbeitsvertrag oder die Gehaltsabrechnung genauer anzusehen.
Warum ein ETF-Sparplan eine super Idee für VL ist
Warum sind ETFs (Exchange Traded Funds) so beliebt, besonders in Kombination mit VL? Ganz einfach: Sie bieten eine breite Streuung des Kapitals zu geringen Kosten. Stell dir vor, du investierst nicht nur in eine einzelne Aktie, sondern gleich in Hunderte oder sogar Tausende! ETFs bilden meist einen Aktienindex wie den DAX oder den MSCI World ab. Das bedeutet, dass du mit einem ETF-Sparplan automatisch in die Entwicklung dieser Indizes investierst.
Die Vorteile von VL mit ETF-Sparplan auf einen Blick:
- Arbeitgeberzuschuss: Dein Arbeitgeber unterstützt dich beim Vermögensaufbau. Das ist quasi geschenktes Geld!
- Langfristiger Vermögensaufbau: Durch den Sparplan profitierst du vom Cost-Average-Effekt. Du kaufst bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Das gleicht Kursschwankungen aus.
- Geringe Kosten: ETFs sind in der Regel deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Das bedeutet, mehr Rendite für dich.
- Breite Streuung: Du investierst in viele verschiedene Unternehmen und reduzierst so das Risiko.
- Flexibilität: Du kannst den Sparplan jederzeit anpassen oder aussetzen.
- Staatliche Förderung: Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du zusätzlich zur VL auch noch die Arbeitnehmersparzulage vom Staat erhalten.
So legst du deinen VL-ETF-Sparplan an: Schritt für Schritt
Okay, jetzt wird's konkret! Wie genau legst du so einen VL-ETF-Sparplan an? Keine Panik, es ist einfacher als du denkst.
1. Checke deinen Arbeitsvertrag:
- Wie hoch ist der VL-Zuschuss? Finde heraus, wie viel dein Arbeitgeber monatlich an VL zahlt.
- Welche Anlageformen sind erlaubt? Manche Arbeitgeber haben bestimmte Vorgaben, welche Anlageformen für VL genutzt werden können. In der Regel ist ein ETF-Sparplan aber kein Problem.
2. Finde den passenden ETF:
- Welche Regionen und Branchen sollen abgedeckt sein? Möchtest du global investieren (z.B. mit einem MSCI World ETF) oder dich auf bestimmte Regionen (z.B. Europa oder USA) oder Branchen (z.B. Technologie oder erneuerbare Energien) konzentrieren?
- Wie hoch sind die Kosten (TER)? Die Total Expense Ratio (TER) gibt an, wie hoch die jährlichen Kosten des ETFs sind. Je niedriger, desto besser.
- Wie ist das Fondsvolumen? Ein höheres Fondsvolumen deutet in der Regel auf eine höhere Liquidität hin.
- Wie ist die Replikationsmethode? Es gibt physisch replizierende ETFs (die die Aktien tatsächlich kaufen) und synthetisch replizierende ETFs (die die Aktien über Derivate abbilden). Physisch replizierende ETFs gelten als sicherer.
- Achte auf die Ausschüttungsart: Es gibt ausschüttende ETFs (die die Dividenden an dich auszahlen) und thesaurierende ETFs (die die Dividenden automatisch wieder anlegen). Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft besser geeignet.
3. Wähle den richtigen Anbieter:
- Welche VL-fähigen Depots gibt es? Nicht alle Online-Broker bieten VL-fähige Depots an. Vergleiche die Angebote und wähle den Anbieter, der am besten zu dir passt.
- Welche Gebühren fallen an? Achte auf Depotführungsgebühren, Ordergebühren und eventuelle VL-Gebühren.
- Wie benutzerfreundlich ist die Plattform? Die Bedienung sollte intuitiv sein, damit du dich gut zurechtfindest.
- Wie ist der Kundenservice? Ein guter Kundenservice ist wichtig, falls du Fragen hast oder Probleme auftreten.
4. Eröffne ein VL-fähiges Depot:
- Fülle den Antrag online aus und identifiziere dich (z.B. per Video-Ident).
- Gib deine Bankverbindung an, damit die VL-Zahlungen von deinem Arbeitgeber eingezogen werden können.
5. Richte den ETF-Sparplan ein:
- Wähle den gewünschten ETF aus und gib die Sparrate an (die Höhe des VL-Zuschusses).
- Lege den Ausführungstermin fest (meist monatlich).
6. Informiere deinen Arbeitgeber:
- Teile deinem Arbeitgeber die Bankverbindung deines VL-Depots mit, damit er die VL-Zahlungen dorthin überweisen kann.
7. Lehn dich zurück und lass dein Geld arbeiten:
- Überprüfe regelmäßig die Entwicklung deines Depots und passe den Sparplan gegebenenfalls an deine Bedürfnisse an.
Die Sache mit der Arbeitnehmersparzulage: Staatliche Unterstützung nutzen
Wie bereits erwähnt, gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch noch die Möglichkeit, die Arbeitnehmersparzulage vom Staat zu erhalten. Das ist quasi ein zusätzlicher Bonus für deinen VL-Sparplan.
Wer bekommt die Arbeitnehmersparzulage?
- Arbeitnehmer, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet (aktuell 40.000 Euro für Alleinstehende und 80.000 Euro für Verheiratete).
- Die Anlage muss in bestimmten Anlageformen erfolgen, z.B. in einem ETF-Sparplan.
Wie hoch ist die Arbeitnehmersparzulage?
- Für VL-Sparpläne beträgt die Arbeitnehmersparzulage 20 Prozent der jährlichen Sparleistung, maximal jedoch 80 Euro pro Jahr für Alleinstehende und 160 Euro pro Jahr für Verheiratete.
Wie beantragt man die Arbeitnehmersparzulage?
- Die Arbeitnehmersparzulage wird mit der Einkommensteuererklärung beantragt. Du musst die Anlage VL ausfüllen und die entsprechenden Nachweise (z.B. den VL-Vertrag) beifügen.
Achtung: Die Arbeitnehmersparzulage wird nicht automatisch gezahlt. Du musst sie jedes Jahr neu beantragen!
Stolpersteine vermeiden: Worauf du achten solltest
Auch bei VL mit ETF-Sparplan gibt es ein paar Dinge, auf die du achten solltest, um Stolpersteine zu vermeiden.
- Sperrfrist: VL-Verträge haben in der Regel eine Sperrfrist von sieben Jahren (sechs Sparjahre plus ein Jahr Wartezeit). Während dieser Zeit kannst du das Geld nicht ohne Weiteres abheben. Wenn du das Geld vorzeitig abhebst, musst du die Arbeitnehmersparzulage zurückzahlen.
- Kosten: Achte auf die Kosten des ETFs und des Depots. Auch kleine Gebühren können sich langfristig bemerkbar machen.
- Risiko: ETFs sind zwar breit gestreut, aber nicht risikofrei. Es besteht immer das Risiko von Kursverlusten.
- Steuern: Gewinne aus dem Verkauf von ETF-Anteilen müssen versteuert werden. Informiere dich über die geltenden Steuerregeln.
- Flexibilität: Auch wenn du den Sparplan jederzeit anpassen oder aussetzen kannst, solltest du dir bewusst sein, dass VL-Verträge in der Regel eine feste Laufzeit haben.
VL-Sparplan und die Inflation
In der aktuellen Zeit, in der die Inflation ein großes Thema ist, ist es noch wichtiger, sein Geld sinnvoll anzulegen. Ein VL-Sparplan in ETFs kann hier eine gute Möglichkeit sein, der Inflation entgegenzuwirken.
- Sachwerte: ETFs, die Aktien abbilden, investieren in Sachwerte. Sachwerte haben in der Regel den Vorteil, dass sie ihren Wert in Zeiten von Inflation besser erhalten können als beispielsweise Bargeld.
- Renditechancen: Durch die Investition in den Kapitalmarkt hast du die Chance, Renditen zu erzielen, die höher sind als die Inflationsrate.
- Langfristigkeit: Gerade bei Inflation ist es wichtig, langfristig zu denken. Durch den Cost-Average-Effekt profitierst du von Kursschwankungen und kannst langfristig Vermögen aufbauen.
Alternativen zum ETF-Sparplan für VL
Auch wenn der ETF-Sparplan eine sehr beliebte und oft sinnvolle Option ist, gibt es auch noch andere Möglichkeiten, deine VL anzulegen.
- Bausparvertrag: Eine klassische Variante, um von VL zu profitieren. Hier sparst du zunächst an und erhältst später ein zinsgünstiges Darlehen für den Bau oder Kauf einer Immobilie. Allerdings sind die Zinsen oft nicht so attraktiv wie bei anderen Anlageformen.
- Banksparplan: Eine sehr sichere, aber auch wenig renditestarke Option. Hier sparst du dein Geld auf einem Sparkonto an. Die Zinsen sind in der Regel sehr niedrig.
- Fondssparplan: Hier investierst du in aktiv gemanagte Fonds. Diese haben oft höhere Kosten als ETFs und bieten nicht unbedingt eine bessere Rendite.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu VL mit ETF-Sparplan
- Was passiert mit meinen VL, wenn ich meinen Job wechsle? Du kannst deinen VL-Vertrag in der Regel zu deinem neuen Arbeitgeber mitnehmen oder privat weiter besparen. Sprich am besten mit deinem alten und neuen Arbeitgeber sowie deinem VL-Anbieter.
- Kann ich meinen VL-Sparplan vorzeitig kündigen? Ja, das ist möglich, aber in der Regel mit finanziellen Einbußen verbunden. Du musst die Arbeitnehmersparzulage zurückzahlen und eventuell Gebühren zahlen.
- Was passiert mit meinen VL, wenn ich arbeitslos werde? Du kannst den VL-Vertrag privat weiter besparen oder ihn ruhen lassen. Während der Arbeitslosigkeit erhältst du keine VL-Zahlungen mehr von deinem Arbeitgeber.
- Wie finde ich den besten ETF für meinen VL-Sparplan? Vergleiche die ETFs anhand der oben genannten Kriterien (Kosten, Fondsvolumen, Replikationsmethode, etc.) und lass dich gegebenenfalls von einem Experten beraten.
- Muss ich meine VL-Zahlungen versteuern? Die VL-Zahlungen selbst sind steuerfrei, da sie bereits vom Arbeitgeber versteuert wurden. Allerdings müssen Gewinne aus dem Verkauf von ETF-Anteilen versteuert werden.
Fazit: VL mit ETF-Sparplan - eine clevere Entscheidung
VL mit ETF-Sparplan ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit Unterstützung des Arbeitgebers langfristig Vermögen aufzubauen und von den Renditechancen des Kapitalmarktes zu profitieren. Informiere dich über die Möglichkeiten und starte noch heute deinen VL-ETF-Sparplan!