Negativzinsen Volksbank: 15 Punkte, die man wissen muss

Die Zeiten, in denen Sparen selbstverständlich Zinsen brachte, sind für viele vorbei. Negativzinsen, auch Verwahrentgelte genannt, sind ein Thema, das viele Kunden der Volksbank und anderer Banken beschäftigt. Aber was genau bedeutet das, und wie können Sie sich davor schützen? Dieser Artikel liefert Ihnen 15 wichtige Informationen, die Sie über Negativzinsen bei der Volksbank wissen müssen.

1. Was sind eigentlich Negativzinsen und warum gibt es sie überhaupt?

Negativzinsen sind im Grunde eine Gebühr, die Banken für die Verwahrung von Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlen müssen. Die EZB erhebt diesen Negativzins, um Banken dazu zu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und so die Wirtschaft anzukurbeln. Um diese Kosten nicht selbst tragen zu müssen, geben einige Banken, darunter auch die Volksbank, die Negativzinsen an ihre Kunden weiter. Das bedeutet, dass Sie als Kunde für die Aufbewahrung größerer Geldbeträge auf Ihrem Konto zahlen müssen.

2. Betrifft mich das überhaupt? Ab welcher Summe zahle ich Verwahrentgelte?

Ob Sie von Negativzinsen betroffen sind, hängt von Ihrer Bank und den Konditionen Ihres Kontos ab. Die Volksbank legt in der Regel individuelle Freibeträge fest, ab denen Negativzinsen berechnet werden. Diese Freibeträge können je nach Kontomodell und Kundenbeziehung variieren. Es ist daher wichtig, die Konditionen Ihres Kontos genau zu prüfen oder sich direkt bei Ihrer Volksbank zu informieren. Viele Banken beginnen mit der Berechnung von Negativzinsen erst ab Guthaben von 50.000 Euro oder mehr.

3. Wie hoch sind die Negativzinsen bei der Volksbank konkret?

Die Höhe der Negativzinsen orientiert sich meist am aktuellen Einlagensatz der EZB. Dieser liegt aktuell (Stand Oktober 2024) bei -0,40%. Die Volksbank kann diesen Satz direkt weitergeben oder einen eigenen Satz festlegen, der sich daran orientiert. Es ist wichtig zu beachten, dass sich dieser Satz jederzeit ändern kann, abhängig von den Entscheidungen der EZB. Informieren Sie sich regelmäßig über die aktuellen Konditionen Ihrer Volksbank.

4. Die Sache mit den Freibeträgen: Wie funktionieren die eigentlich?

Der Freibetrag ist der Geldbetrag, bis zu dem Sie keine Negativzinsen zahlen müssen. Nehmen wir an, Ihre Volksbank hat einen Freibetrag von 50.000 Euro und Sie haben 60.000 Euro auf Ihrem Konto. Dann werden die Negativzinsen nur auf die Differenz von 10.000 Euro berechnet. Es ist also entscheidend, den Freibetrag zu kennen und Ihr Guthaben entsprechend anzupassen.

5. Welche Konten sind betroffen? Girokonto, Tagesgeld, Festgeld - wo drohen Negativzinsen?

In der Regel sind Girokonten und Tagesgeldkonten am häufigsten von Negativzinsen betroffen, da hier größere Geldmengen kurzfristig geparkt werden. Festgeldkonten sind seltener betroffen, da hier das Geld für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt ist und die Bank somit besser planen kann. Allerdings ist es ratsam, auch bei Festgeldangeboten die Konditionen genau zu prüfen, da auch hier Negativzinsen nicht ausgeschlossen sind.

6. Gibt es Ausnahmen? Wer ist von Negativzinsen befreit?

Einige Kundengruppen können von Negativzinsen befreit sein. Dies kann beispielsweise für Stiftungen, gemeinnützige Organisationen oder bestimmte Personengruppen gelten. Die Volksbank kann auch individuelle Vereinbarungen treffen, beispielsweise für Kunden mit umfangreichen Geschäftsbeziehungen zur Bank. Es lohnt sich, diesbezüglich nachzufragen.

7. Die Masche mit den "Verwahrentgelten": Ist das überhaupt rechtens?

Die Erhebung von Verwahrentgelten ist grundsätzlich rechtens, solange die Bank ihre Kunden transparent über die Gebühren informiert und die Zustimmung der Kunden einholt. Die Gerichte haben die Zulässigkeit von Verwahrentgelten bereits bestätigt, solange die Kunden nicht unangemessen benachteiligt werden. Wichtig ist, dass die Bank die Kunden klar und verständlich über die Gebühren aufklärt.

8. Was tun, wenn die Volksbank Negativzinsen verlangt? Alternativen zum "Parken" des Geldes.

Wenn Sie von Negativzinsen betroffen sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem zu entgehen:

  • Guthaben reduzieren: Überweisen Sie einen Teil Ihres Geldes auf ein Konto bei einer anderen Bank, die keine oder höhere Freibeträge für Negativzinsen anbietet.
  • Investieren: Investieren Sie Ihr Geld in Wertpapiere, Immobilien oder andere Anlageformen. Beachten Sie jedoch, dass Investitionen immer mit Risiken verbunden sind.
  • Tagesgeld oder Festgeld bei anderen Banken: Suchen Sie nach Angeboten mit besseren Konditionen bei anderen Banken.
  • Konsumieren: Geben Sie Ihr Geld für Konsumgüter oder Dienstleistungen aus.

9. Tagesgeld-Hopping: Lohnt sich der Aufwand?

Tagesgeld-Hopping, also das regelmäßige Wechseln zu Banken mit besseren Zinskonditionen, kann sich lohnen, um Negativzinsen zu vermeiden und von höheren Zinsen zu profitieren. Allerdings sollten Sie den Aufwand für die Kontoeröffnung und -verwaltung berücksichtigen. Vergleichen Sie regelmäßig die Angebote verschiedener Banken und entscheiden Sie, ob sich der Wechsel für Sie lohnt.

10. Immobilienkauf als Alternative? Was Sie beachten sollten.

Der Kauf einer Immobilie kann eine interessante Alternative sein, um Ihr Geld anzulegen und Negativzinsen zu vermeiden. Allerdings sollten Sie sich vor dem Kauf gründlich informieren und die Risiken und Kosten berücksichtigen. Dazu gehören Kaufnebenkosten, Instandhaltungskosten und mögliche Wertverluste.

11. Wertpapiere und Co.: Risiken und Chancen beim Investieren.

Die Investition in Wertpapiere bietet die Chance auf höhere Renditen als auf dem Sparbuch, ist aber auch mit Risiken verbunden. Informieren Sie sich gründlich über die verschiedenen Anlageformen und lassen Sie sich gegebenenfalls von einem Finanzberater beraten. Diversifizieren Sie Ihr Portfolio, um das Risiko zu streuen.

12. Was passiert, wenn die EZB die Zinsen wieder erhöht?

Wenn die EZB die Zinsen wieder erhöht, werden voraussichtlich auch die Banken ihre Zinsen anpassen. Dies könnte bedeuten, dass die Negativzinsen abgeschafft oder reduziert werden. Behalten Sie die Entwicklung der Zinsen im Auge und passen Sie Ihre Anlagestrategie gegebenenfalls an.

13. Die Rolle der Beratung: Wie hilft mir die Volksbank weiter?

Die Volksbank ist verpflichtet, Sie umfassend über die Konditionen Ihres Kontos und die Auswirkungen von Negativzinsen zu informieren. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich von einem Berater Ihrer Volksbank individuell beraten zu lassen. Dieser kann Ihnen helfen, die für Sie passende Anlagestrategie zu finden.

14. Vorsicht vor unseriösen Angeboten: Worauf Sie achten sollten.

Immer wenn es um Geld geht, gibt es auch unseriöse Angebote. Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die Ihnen hohe Renditen ohne Risiko versprechen. Prüfen Sie die Seriosität des Anbieters und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Im Zweifelsfall holen Sie sich eine zweite Meinung ein.

15. Die Zukunft der Negativzinsen: Was ist zu erwarten?

Die Zukunft der Negativzinsen ist ungewiss. Es ist wahrscheinlich, dass die EZB die Zinsen in den kommenden Jahren wieder erhöhen wird. Dies könnte dazu führen, dass die Negativzinsen abgeschafft oder reduziert werden. Behalten Sie die Entwicklung der Zinsen im Auge und passen Sie Ihre Anlagestrategie entsprechend an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Was passiert, wenn mein Konto ins Minus rutscht aufgrund von Negativzinsen? Ihre Bank wird Sie in der Regel informieren und Ihnen die Möglichkeit geben, Ihr Guthaben aufzustocken.
  • Kann die Volksbank Negativzinsen rückwirkend erheben? Nein, Negativzinsen können nicht rückwirkend erhoben werden.
  • Gibt es eine Möglichkeit, die Negativzinsen von der Steuer abzusetzen? Nein, Negativzinsen sind in der Regel nicht steuerlich absetzbar.
  • Muss die Volksbank mich informieren, bevor sie Negativzinsen erhebt? Ja, die Bank muss Sie transparent über die Gebühren informieren.
  • Sind Negativzinsen bei Bausparverträgen üblich? Nein, bei Bausparverträgen sind Negativzinsen unüblich.

Fazit: Negativzinsen sind ein komplexes Thema, das viele Kunden der Volksbank betrifft. Informieren Sie sich genau über die Konditionen Ihres Kontos und suchen Sie nach Alternativen, um Ihr Geld vor Verwahrentgelten zu schützen.